Gelädewagentraining des ADAC in Olpe
Das Training fand an einem verregneten Samstag in Olpe statt. Der Kurs oder besser die Einfuehrung kostet für ADAC Mitglieder 125 Euro für Nichtmitglieder 145 Euro inclusive einem guten Mittagessen.
Trotz des Wetters und einer Anfahrt von mehr als 2 Stunden ein Tag der alles in allem viel Spass gemacht hat. Ich habe einiges zu Verhalten und Handling des Landcruisers im Geläde gelernt. Für jemanden wie mich, der sein Auto fast nur auf Strassen bewegt hat, ist es unglaublich was man mit einem Geländewagen alles anstellen kann. Bilder dieses Tages findet Ihr hier.
Die verschiedenen Abschnitte des Parkours bieten keine unvorhersehbaren Schwierigkeiten und sind so angelegt das man mit fast jedem Geländewagen durchkommt. Ziel ist es Spass zu haben, den Umgang und Einsatz der mechanischen und elektrischen Helfer zu üben ohne gleich Beulen oder andere Schäden nach Ende des Tages am Wagen zu haben. Dazu bot sich durch die anderen Teilnehmer die Möglichkeit verschiedene Wagen im Gelände zu sehen und auch deren Grenzen zu erkennen. Dabei waren also ich, besser mein Landcruiser, ein Mitsubishi L200, ein Freelander, ein Volvo XC 90 und ein Mercedes ML270. Die Fahrzeuge waren teilweise ohne und teils mit elektronisch zuschaltbaren Sperren ausgestattet.
Das jetzt geschriebene stellt meine persoenliche Meinung dar und soll keine Wertung der genannten Fahrzeugmarken sein. Jeder, der sich für einen Geländewagen interessiert, sollte sich ein eigenes Bild machen und auch den für seinen Zweck passenden Geländewagen zulegen.
Im Punkt Böschungswinkel hat ganz klar der L200 die Nase vorn. Dann kommt der Landcruiser trotz der Anbauteile (Anhängerkupplung und Frontbügel). Die Anbauteile verschlechtern den Böschungswinkel um einiges. Als nächstes kommt dann der ML 270. Das Schlusslicht bilden der XC90 und der Freelander. Die Bodenfreiheit bei LC und L200 sind fast gleich. Bei ML 270, XC90 und Freelander muss man auf dem Parkour schon mehr aufpassen und auch einigen grösseren Steinen und Balken ausweichen. Am besten haben mir die manuellen Sperren gefallen. Einlegen und funktioniert. So muss es sein. Die elektronischen Kraftverteilungen funktionieren auch, brauchen aber meiner Meinung nach zu lange bis sie ansprechen. Bis zum ansprechen drehen die Räder durch. Wenn man die Nerven dabei verliert und den Fuss vom Gas nimmt, dann fängt man wieder von vorn an. An Reifenprofil (bei den durchdrehenden Reifen) sollte man besser nicht denken.
Kurz, mit manuellen Sperren lässt sich ein Fahrzeug leichter und weicher bewegen. Die Geländeuntersetzung wird bei allen Fahrzeugen bis auf den Freelander manuell oder elektrisch eingeschaltet. Der Freelander hat keine Geländeuntersetzung, nur eine elektronische Untersetzungs-/Anfahrhilfe. Aufgrund dieser Anfahrhilfe und arbeiten mit der Kupplung im Gelände begann die Kupplung nach 3 Stunden üben ziemlich zu riechen. Dem Geruch nach zu urteilen war die Kupulung des Freelanders damit einfach überfordert. Alle anderen Fahrzeuge hatten keine derartigen Probleme. Bergabfahren bei 39 Gefälle und Bergauffahren bei 42 Steigung war bis auf den Volvo bei allen Fahrzeugen möglich. Der Volvo hat die Steigung trotz seiner elektonischen Helfer nicht geschaft. Ein nachträlicher Blick ins Handbuch hat das dann auch bestätigt.
Der Clou, an einer 42° Steigung anhalten und kontrolliert ohne Bremsen wieder nach unter zu rollen, gelang nur mit dem Landcruiser. Das hängt mit der Kompression des 3 Liter Diesels zusammen. Mit Automatikgetriebe oder weniger Hubraum also keine Chance. Ist eigentlich ganz einfach, wenn man weiss wie es geht......
Um die 42 Steigung zu befahren, Gelädeuntersetzung, erster Gang und los. Mitten am Hang bremsen, Motor abschalten den Rueckwärtsgang einlegen, Fuss von der Kupplung und .... der LC bleibt nur von der Kompression des Motors und der Geländeuntersetzung gehalten an der Steigung. Jetzt kommts, Fuss vom Gas, Motor starten und der LC bewegt sich langsam und kontrolliert durch Motorbremse und Geländeuntersetzung wieder nach unten ohne das man bremsen muss oder der LC ausbricht. Die Gelädeuntersetzung ist wirklich eine feine Sache. Am Hang fahren mit einer Fahrzeugneigung von 38 Grad ging bei allen Fahrzeugen problemlos. Allerdings ist es ein Sch... Gefühl an der Böschung zu fahren und ständig das Gefühl zu haben das Auto kippt um. Tut es natürlich nicht. Zumindest nicht unterhalb einer Neigung von 40. Egal, mein Ding war es nicht.
Der Parkour mit Holzbalken und einem nachgebildeten Flussbett waren bis auf die Beobachtung der Bodenfreiheit problemlos zu bewältigen. Am Ende gab es noch ein wenig fahren und rangieren im bewaldeten Geläde mit einem kleinen Wasserdurchfluss. Da es den ganzen Tag geregnet hatte, war das ganze eine ziemlich matchige Angelegenheit. Aber, wenn man sich auf seinen Einweiser und nicht auf die elektronischen Abstandswarner verlassen hat, kam man da ganz gut durch.
Mein Fazit: Der Tag hat viel Spass gemacht und es gab vieles im Umgang mit Gelädewagen zu lernen und auch der Trainer wusste wovon er sprach. Ich würde jedem der keine Möglichkeiten hat ins Gelände zu kommen oder einfach mal sehen will was man mit einem Gelädewagen alles machen kann empfehlen an einem solchen Training teilzunehmen. Und hier noch mal der Link zur Bildergalerie mit den Bildern zu diesem Artikel.
Kursinformationen findet Ihr hier .
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